Entlegene Ecken Kubas entdecken

Kleine Rundreise ins Herz Kubas

Es ist empfehlenswert sich auf Kuba ein Auto zu mieten und auf eigene Faust eine kleine Rundreise zu wagen. Als schöner Ausgangspunkt erweist sich das Dorf Topes de Collantes. Der Ort liegt 770 Meter hoch und ist somit der höchste besiedelte Punkt in diesem Gebirge im Hinterland von Trinidad.
Wer hier vorbei kommt, kann im Thermalschwimmbecken Los Helechos die Seele baumeln lassen oder eine Wanderung in die nebelverhangenen Wälder der Berge machen. Allerdings empfiehlt es sich hier eine geführte Tagestour zu buchen, da die Pfade kaum ausgeschildert sind.
Fährt man von hier aus weiter nach Norden in das Landesinnere, stößt man schon bald auf die Stadt Santa Clara. Mit ihren 170 000 Einwohnern bildet sie die Hauptstadt der Provinz Villa Clara. Sie bildete den geistigen Mittelpunkt Kubas. Die Schulstadt besitzt eine der größten Universitäten des Landes und rund 130 weitere Bildungseinrichtungen. 


Fährt man von Santa Clara weiter Richtung Osten gelangt man in das verschlafene Kolonialstädtchen Remedios. Hier sind Pferd und Wagen nach wie vor Haupttransportmittel, und da es kaum Einkehrmöglichkeiten gibt, kann es sein, dass man oftmals nicht einem einzigen Touristen begegnet.
Die meisten Gebäude stammen hier aus dem frühen 19. Jahrhundert, als die Stadt nach einem verheerenden Feuer wieder aufgebaut wurde. Den Kern der Stadt bildet der wunderschöne Platz Parque Marti. Dominiert wird der Hauptplatz von seinen beiden Kirchen und dem Musikpavillon in seiner Mitte.
Im Nordosten der Provinz Trinidads beginnt das Valle de los Ingenios. Anfang des 19. Jahrhunderts gab es hier mehr als 50 Zuckermühlen, die für den Wohlstand der Provinz und seiner Zuckerbarone sorgten. Mehr als 10 000 Sklaven schufteten hier auf den Feldern und den Mühlen, um das wichtigste Exportmittel dieser Zeit herzustellen. Heute gehört das Tal zum UNESCO-Welterbe. Zerstreut im Tal kann man immer wieder alte Haziendas oder Zuckermühlen entdecken. Besonders sehenswert ist das Herrenhaus der Iznaga, das noch aus der Zeit des Zuckerbooms stammt. Der 50 Meter hohe Turm neben dem Hauptgebäude diente den Baronen zur Beobachtung ihrer Arbeiter auf dem Feld.
Vom Tal aus lohnt es sich nach Camaguey weiter zu fahren. Die drittgrößte Stadt hat rund 300 000 Einwohner. Am besten lässt sich die Stadt zu Fuß erkunden, denn im Gegensatz zu den meisten großen Städten Kubas, ist hier das Zentrum nicht von gitterförmigen Straßen umgeben, sondern besteht aus einem Gewirr von Straßen, die meist zu einem der unzähligen kleinen Plätze führen.