Der Mythos „Che“ Guevara

Die frühen Jahre des jungen Rebellen

Ernesto Guevara de la Serna wurde am 14. Juni 1928 in Rosario Argentinien geboren. Als Kind argentinischer Großbürger wuchs er privilegiert auf. Nach dem Ausbruch des Spanischen Bürgerkriegs 1936 trafen sich in seinem Elternhaus oft spanische Republikaner. Durch diese wurde er bereits früh politisch geprägt.
Während seines Medizinstudiums unternahm er zahlreiche Reisen, die ihm das enorme soziale Ungleichgewicht Latein- und Mittelamerikas vor Augen führte.
In Guatemala kam er dann in Kontakt zu Aktivisten, die sich für die armen Bevölkerungsschichten engagierten. Nachdem der demokratisch gewählte Präsident des Landes Jacobo Árbenz Guzmán mithilfe der amerikanischen CIA 1954 gestürzt wurde, verließ er Guatemala. 

 

Fidel Castro und die gemeinsame Revolution in Kuba

Im darauf folgenden Jahr traf er in Mexico Fidel Castro und schloss sich dessen „Bewegung des 26. Juli“ an. Nach einer militärischen Ausbildung der Revolutionäre setzten diese nach Kuba über und begannen den Guerillakrieg gegen die Truppen des Diktators Fulgencio Batista, der von den USA unterstützt wurde.
Während der Kämpfe in Kuba wurde Guevara zum Kommandanten befördert. Nach mehreren Rückschlägen siegten die Revolutionäre unter Castro schließlich und gründeten nach Batistas Flucht die Republik Kuba. „Che“ wurde vom Revolutionsführer, Castro zum Industrieminister und Leiter der Zentralbank ernannt. Im darauffolgenden verfolgten sie eine Politik der vollständigen Verstaatlichung der kubanischen Industrie.
Nachdem 1961 Exilkubaner mit Unterstützung der USA versucht hatten, durch eine Invasion in der Schweinebucht, Fidel Castros Regierung zu stürzen, verhängten die USA einen totalen Wirtschaftsboykott über Kuba. Dieser gilt bis heute und schwächt die kubanische Wirtschaft erheblich. Guevara schloss einige Handelsverträge mit Staaten des Ostblocks, geführt von der Sowjetunion, ab.
Ches Versuche die totale Planwirtschaft in Kuba einzuführen, scheiterten zum Teil an seinen mangelnden Fachkenntnissen und führten zu einem empfindlichen Rückgang der Produktion.
Guevaras Ansichten und Ziele sowohl in wirtschaftlichen, in gesellschaftlichen als auch in außenpolitischen Fragen, führten zu Konflikten mit den Castro Brüdern. So kritisierte er das Einlenken der kubanischen und sowjetischen Führung während der Kubakrise und äußerte sich, auf einer Konferenz in Algerien, ablehnend gegenüber der UDSSR.

Tod und Mythos Ches

Nach seiner Rückkehr nach Kuba trat er von allen seinen Ämtern zurück und verließ das Land. Er fuhr mit einer Gruppe von Revolutionären in den Kongo, um dort den Revolutionsversuch des Laurent Kabila zu unterstützen. Nachdem dieses Vorhaben aus unterschiedlichen Gründen gescheitert war, begab er sich nach Bolivien.
Hier versuchte Che seine Erfahrungen aus dem Guerillakrieg in Kuba zu nutzen, und eine bolivianische Revolution zu entfachen. Nach mehreren Scharmützeln mit der Bolivianische Armee wurde er verletzt, gefangen genommen und am 9. Oktober 1967 ohne Prozess hingerichtet.

Che Guevaras außerordentliche Berühmtheit gründet sich auf mehrere Faktoren. Er war ein Arzt aus der Oberschicht, der für die Rechte der Unterprivilegierten kämpfte. Durch seine Ermordung durch die bolivianische Armee wurde er zum Märtyrer linker Unabhängigkeitsbewegungen und wird in Kuba bis heute als Volksheld verehrt.
Weiter hatten der sympathische Revolutionär eine einmalige Präsenz in den Medien. Die Fotografie von Alberto Korda namens „Guerrillero Heroico“ (siehe rechts) gilt als eines der berühmtesten Fotos der Welt, wurde zur Ikone der 68er Bewegung und ist bis heute zahllos vervielfältigt worden.
Che Guevara gilt bis heute als romantischer Revolutionär, der bis zum Tode für die Erfüllung seiner Ideale kämpfte.