Habanas & Tabakplantagen

Genuss pur- Zigarren aus Kuba

Die „Havanna“ ist Markenzeichen und Statussymbol zugleich und noch heute zählen die kubanischen Zigarren, die in mühevoller Handarbeit hergestellt werden, zu den besten der Welt.
Die Zigarre hat auf Kuba eine lange Tradition, die noch vor die Kolonialisierung zurückreicht. Tabak hatte damals eine spirituelle Bedeutung und wurde in verschiedenen Zeremonien benutzt.
Bereits Christoph Kolumbus berichtet in seinem Bordbuch, dass zwei seiner Begleiter bei der Erforschung der Insel eine große Anzahl von Einwohnern antrafen, die „mit einer kleinen glimmenden Stange aus Kraut herumwandern, dessen Rauch sie einatmen, wie es ihr Brauch ist.“ 


Durch seine Expedition ist der Tabak in Europa eingeführt worden und erreichte zu Beginn des 16. Jahrhunderts seine Blütephase. Schon zu dieser Zeit zeichnete sich der kubanische Tabak in seiner Qualität aus.
Die erste Zigarrenmanufaktur „ Casa de Benefinciencia“ in Havanna, öffnete ihre Werkstätten 1799, was gleichzeitig die Geburtsstunde der kubanischen Zigarre unter der Bezeichnung „Havanna“ markiert, die in kurzer Zeit zu Weltruhm gelangen sollte.
Die zunehmende Beliebtheit der braunen Kunstwerke führte schließlich dazu, dass Spanien sein seit 100 Jahren bestehendes Handelsmonopol für Tabak und Zigarren 1817 aufhob und die Hafenstadt Havanna die Funktion Sevillas im Handel dieser Waren übernahm.

Tabakplantagen und Zigarrendreher

Die heute bekanntesten und feinsten Sorten von Tabak werden hauptsächlich im Westen Kubas und im mittleren Kuba produziert. Das berühmteste Tabakanbaugebiet der Welt, Vuelta Abajo, ist zugleich auch das westlichste auf der Insel. Hier wird der Tabak für die Zigarrenmarken Cohiba, Montecristo, Romeo y Julieta und Partagas Zigarren gezogen. Diese Region ist zudem die einzige, in der alle Arten von Tabakblättern (die Einlage, das Umblatt und das Deckblatt) erzeugt werden können.
Trotzdem erreicht in Vuelta Abajo nur ein Viertel der Fläche den Rang der Vegas Finas de Primera, der für die Herstellung der „Habanos“ notwendig ist.
Um solchen hochwertigen Tabak zu produzieren, bedarf es nicht nur großem Wissen, einer Menge Geduld und handwerklichem Geschick, sondern auch optimale Anbauvoraussetzungen, denn die Pflanze ist sehr empfindlich.
Auch das Zigarrendrehen ist eine hohe Kunst und nur die besten Arbeiter steigen zu Zigarrendrehern (torcedores) auf. Diese fertigen binnen zwei Minuten aus einer Menge loser Tabakblätter eine formvollendete Zigarre.
Vorsicht ist geboten bei Straßenhändlern, die oftmals Fälschungen der weltweit bekannten Zigarrenmarken anbieten. Es bietet sich daher an, für den Kauf von echten Havannas eine der zahlreichen Zigarrenfabriken zu besuchen.