Für Individualisten: Baracoa

Flair vergangener Zeiten im Kolonialkleid

In der abgeschiedenen Stadt Baracoa am Fuß des Tafelbergs El Yunque begann einst die Kolonialgeschichte Kubas. Hier setzte Christopher Kolumbus erstmals einen Fuß auf die Insel. Die überschaubare Stadt mit ihren 60 000 Einwohnern wurde bereits 1512 von Diego de Velázquez gegründet und war somit die erste Hauptstadt Kubas. Heute ist Baracoa Zentrum des Kaffee- und Kakaoanbaus und des Fischfangs. Der Ort im äußersten Südosten der Insel war bis 1960 auf dem Landweg nicht erreichbar und war lange Zeit fast ausschließlich abhängig vom Handel über das Meer. Was mit Sicherheit dazu beigetragen hat, dass man sich in keiner anderen Stadt auf Kuba so sehr an seine spanische Kolonialzeit erinnert fühlt.


Heute zieht der Ort vor allem Individualtouristen und Naturfreunde an, um das gebirgige Hinterland und den Dschungel zu entdecken. Die Bewohner leben hier sehr einfach und vorwiegend von der Landwirtschaft. Diese bescheidene Lebensweise trägt wohl auch dazu bei, dass sich der Besucher schnell ins vergangene Jahrhundert zurückversetzt fühlt.
Das beste Hotel der Stadt befindet sich im Castillo, einer Burg die einst zum Schutze der Stadt erbaut wurde. Von dort aus hat man einen herrlichen Blick über die Stadt und die Bucht von Baracoa. Die kulturell bedeutendsten Gebäude stehen direkt im Herzen der Stadt am Parque Central, dazu gehört unter anderem die Casa de la Trova, in der Livemusik gespielt wird und die Casa de la Cultura, ein Gebäude im Kolonialstil das für Veranstaltungen genutzt wird. In der Calle Maceo, einer Straße die direkt vom Platz abgeht, kann man in der Casa del Chocolate eine heiße Schokolade aus dem berühmten Baracoa-Kakao bekommen.
Auch die erste Kirche Kubas wurde in Baracoa erbaut. Sie befindet sich am Plaza Independencia, wo sich auch die im 19. Jahrhundert erbaute Kathedrale befindet, in der man das Kreuz von Parra bewundern kann.
Ebenfalls sehenswert ist die halbmondförmige Festung Fortaleza la Punta, die zum Schutz des so wichtigen Hafens diente und ebenfalls im 19. Jahrhundert entstand. Das regionalhistorische Museum befindet sich in einer weiteren Festung, der Fortaleza Matachine. Begibt man sich dort auf einen Aussichtspunkt, kann man einen wunderbaren Blick auf die Umgebung genießen.